Aktuelles aus Rösrath 17.10.2011
Zu Fuß durchs Sülztal – Der Weg ist das Ziel
Wanderung auf der Trasse des geplanten Rad- und WanderwegesDer Weg ist das Ziel! Unter diesem Motto wanderten interessierte Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder des Vereins “Lebenswertes Sülztal” e.V. und Mitglieder des Rheinisch Bergischen Naturschutzvereins (RBN) auf der Trasse des geplanten Rad- und Wanderweges zwischen Overath-Untereschbach und Rösrath-Lehmbach.
Eingeladen hatten die SPD Ortsvereine Overath und Rösrath und der SPD Landratskandidat Gerhard Zorn. Die Wanderung, an der bei schönstem Herbstwetter mehr als 60 Personen teilnahmen, diente der Information und des Austauschs. Fest steht, dass die SPD in Rösrath und Overath die Idee, einen attraktiven naturnahen Rad- und Wanderweg entlang der Sülze neu zu schaffen, aktiv unterstützt. Auch Mark vom Hofe, Vorsitzender des RBN begrüßte die Initiative zum Bau dieses Weges ausdrücklich! Unterschiedliche Ansatzpunkte gibt es jedoch in Detailfragen. Gerhard Zorn: „Der heutige Weg der Wanderung dient auch dem Dialog. Alternativen zu dem Vorschlag des Vereins sollen an der Strecke und nicht am grünen Tisch angesprochen und aufgezeigt werden. Ich möchte so den Dialog konkret führen. Politik und Bürgerschaft müssen sich immer vor Entscheidungen vor Ort informieren und sich untereinander austauschen!”
Klaus Hasbron-Blume stellte während der Wanderung in vielen Einzelpunkten die Ideen des Vereins „Lebenswertes Sülztal” e.V. dar. Er erntete für die Vorschläge viel Beifall und Unterstützung. Der vorgeschlagene Weg führt in weiten Teilen entlang der Sülze und kann so zu einer naturnahen Wanderer- und Radfahrerstrecke werden, an der die Nutzer die Natur erleben und Informationen zur Landschaft, der die prägende Natur und der Kulturgeschichte erhalten. Deswegen sind an der Strecke Lernstandorte vorgesehen zum Beispiel zur Geschichte des Lüderich, zur Grube Grünewald, zum alten Wehr am Hammergraben und zur Natur des Auenwaldes. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich darin einig, dass die Reparatur des bestehenden Radweges entlang der Straße zu diesem naturnahen Rad- und Wanderweg keine Alternative ist.
Marc vom Hofe zeigte zwei konkrete Änderungsvorschläge des RBN auf. So könnte der Weg von Untereschbach kommend auf der Wiese am rechten Ufer der Sülz geführt werden, um so eine möglicherweise aufwändige Wiederherstellung einer Brücke einzusparen. Diese kann in ihrem bisherigen Zustand bestehen bleiben, müsste aber möglicherweise bei einem Ausbau des Weges ausgebaut werden. Der zweite, dem RBN sehr wichtige Punkt ist der Erhalt des Auenwaldes ohne Eingriff in dessen natürliche Situation. Der Auenwald ist nach Einstellung des Bahnverkehrs entstanden und stellt heute ein kleines Stück unberührte Natur dar. Der Rad- und Wanderweg durch den Auenwald hindurch würde zu einem erheblichen Eingriff führen. Der RBN plädiert daher dafür, den Weg am Auenwald entlangzuführen. Gerhard Zorn sprach sich ausdrücklich dafür aus, gerade beim letzten Punkt beide Alternativen wertneutral zu prüfen. Für ihn spricht vieles dafür, einen naturnahen Weg nicht durch einen bislang unberührten Wald hindurch zu führen, wenn es hierzu gleichwertige Alternativen gibt. Zorn: Der beste Verlauf des Weges muss im Gespräch mit allen Beteiligten unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes, des Hochwasserschutzes, der Kosten und der konkreten Eigentumsverhältnisse geklärt werden.”
Die anwesenden Ratsmitglieder, die Vertreter des Vereins, des RBN und Gerhard Zorn waren sich darin einig, dass die Finanzierung des Projekts umfangreiche Mittel der Bezirksregierung Köln und des Aggerverbands als Eigentümer wesentlicher Flächen erfordern. Klaus Hasbron-Blume und Gerhard Zorn warben für eine Finanzierung als “Bürgerrad- und Wanderweg”. Hierfür bestehen einerseits besondere Fördermittel der Bezirksregierung, andererseits ist aber auch ein Eigenanteil der Bürgerschaftswahl erforderlich. Aus Sicht von Hasbron-Blume ist die größte Hürde des Projekts die zwingend erforderliche zweite Sülzbrücke in Lehmbach. Nach seinen Ausführungen muss allein hierfür mit Kosten in Höhe von 200 – 300.000 € gerechnet werden. Hierfür die Unterstützung und Finanzierung sicherzustellen sei noch ein hartes Stück Arbeit. Nach etwa zwei Stunden Wanderung fühlten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer besser informiert als bisher. Die Wanderung an der Sülze hat den Wunsch nach einem gut ausgebauten Rad- und Wanderweg noch einmal deutlich verstärkt.