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Der SPD-Ortsverein und die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Rösrath

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Aktuelles für Rösrath 28.06.2010

Neue Bildungspolitik für NRW und Rösrath

Hannelore Kraft:“Wir haben immer gesagt, dass wir in der Schulpolitik nichts mit der Brechstange unternehmen, sondern Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrer und die Kommunen vor Ort mitnehmen wollen.

Nach den hanebüchenen Bildungskonzepten der abgewählten Landesregierung werden gerade die Weichen für eine solide, tragfähige und zukunftsgerichtete Bildungspolitik gestellt, die diesen Namen auch verdient.

Erste Änderungen sind bereits eingeleitet: die unsäglichen Kopfnoten werden abgeschafft, der Elternwille bei der Entscheidung für die weiterführende Schule wird wieder maßgebend sein und die Studiengebühren im bevölkerungsreichsten Bundesland sollen wieder entfallen.

Unsere wirtschaftliche und soziale Entwicklung hängt auch in Zukunft davon ab, inwieweit es uns als Nation gelingt, in jungen Menschen die Lust am (Weiter-)Lernen zu entwickeln, ihre Potenziale zu entdecken und zu fördern und ihnen eine gute, solide (Aus-) Bildung zu ermöglichen.

Die Bildungspolitik der alten Landesregierung hat die frühe Auslese und Ausgrenzung von Kindern auf ihrem Bildungsweg verschärft und zum anderen die Durchlässigkeit des dreigliedrigen Schulsystems ad absurdum geführt. Kinder werden verstärkt mit 5 Jahren eingeschult und dann entscheidet sich im Alter von 9 Jahren wie es weitergeht. Schließt sich der Wechsel auf das Gymnasium an, dann bedeutet die Verkürzung der weiteren Schulzeit auf acht Jahre bei gleichem Lernstoff für die Kleinen, Arbeitstage, die leicht die Arbeitszeiten eines Erwachsenen überschreiten. Das Abitur im Alter von 16 bis 17 Jahren entlässt dann Mädchen mit Zahnspange und Jungen mit Bartflaum an die Hochschulen, die ihre Kindheit im Schnelldurchgang durchlebt haben und womöglich bereits in der Grundschule mit Nachhilfeunterricht getrimmt wurden, damit sie in jedem Fall die Qualifikation für das Gymnasium erreichen – denn ein späterer Wechsel von der Hauptschule oder der Realschule wird durch den verdichteten Lernstoff am Gymnasium – Rüttgers und Co sei Dank! – nicht mehr möglich. Wundert es da, dass die Gesamtschulen an Zulauf gewinnen? Eine Schulform, die der unterschiedlich verlaufenen Entwicklung und Entfaltung von Kindern Rechnung trägt?

Wenn wir als Nation wirklich dem internationalen Wettbewerb standhalten wollen, brauchen wir alles an jungen Forschern, Entwicklern, Gestaltern, Entdeckern, Erfindern, Denkern, das wir hervorbringen können. Albert Einstein, Henry Kissinger, Thomas Mann, Alfred Nobel, Heinrich Schliemann u.f.m. - sie alle wären durch unser zurzeit noch bestehendes Schulsystem gefallen und hätten ohne wohlhabendes Elternhaus ihr Potenzial nie entfalten können.

Aber können wir uns das heute noch leisten? Können wir es uns leisten – unter wirtschaftlichen wie unter sozialen Aspekten - Kinder zurück zu lassen, die zu ihrer Entfaltung einfach noch Zeit brauchen oder die zwar pfiffig, kreativ und gewitzt sind, aber aus einem Elternhaus stammen, für das Bildung keinen Wert besitzt? Können wir es uns leisten, dass Kinder aus wirtschaftlich weniger begüterten Familien ihr Studium hoch verschuldet beenden oder erst gar nicht studieren und forschen, weil ihnen die Mittel fehlen? Können wir es uns wirklich leisten, die Ausgaben für Bildung, die bei uns mit 4,8 % unter dem OECD Länderdurchschnitt von 5,4 % des BIP (Bruttoinlandprodukt) liegen, wirklich weiter zu kürzen, wie es der stellvertretende CDU-Politiker Roland Koch für die Sparpolitik der Bundesregierung gefordert hat.

Nein – das können wir nicht. Wir können es uns nicht leisten auch nur ein Kind auf seinem Weg in eine solide Zukunft zurückzulassen. Deshalb ist es gut, dass Schwarz-Gelb aus der Bildungspolitik von NRW verschwindet und Platz gemacht wurde für eine neue, sozial-gerechte, solide Bildungspolitik. Wer für eine wirtschaftlich stabile Politik eintritt, muss Arbeitsplätze schaffen, für gerechte Löhne eintreten, Banken und Manager in die Verantwortung nehmen, Familien entlasten und mehr in die Bildung investieren. Mit Schwarz-Gelb wäre daraus nichts geworden.

Sogar hier in Rösrath zeigt das jamaikanische Bündnis, wie sie es damit hält. Die Verwaltung schlägt zur Entlastung des Haushalts vor, dass für das erste Kind in der KITA ein 100%iger Beitrag zu entrichten ist und künftig für das zweite Kind 50% gezahlt werden soll. Weitere Geschwisterkinder sollen auch fernerhin beitragsfrei aufgenommen werden. Und was verabschieden die Verbündeten aus CDU-FDP-Grünen? Sie halten die Belastung der Familien für noch zu gering und verabschieden im Rat mit ihrer Stimmenmehrheit, dass auch für das dritte Geschwisterkind in der KITA zu zahlen ist – nämlich 25%. Nach wie vor tritt die SPD auch hier für die Beitragsfreiheit ein. Bildung fängt schon im Kindergarten an und muss vom Kindergarten bis zum Hochschulabschluss frei sein, damit möglichst alle Kinder in den Genuss von Bildung und damit einer stabilen Zukunft gelangen.

Die Bürgerinnen und Bürger Rösraths haben gewählt – und Jamaika zur Mehrheit verholfen. Die Bürgerinnen und Bürger in NRW haben gewählt und einen Wechsel in der Bildungspolitik ermöglicht.

Wir – die SPD in Rösrath - laden Sie ein, sich an diesem Wechsel aktiv zu beteiligen. Geplant ist eine Veranstaltungsreihe zur Bildungspolitik in NRW und hier in Rösrath.

Die Auftaktveranstaltung thematisiert schwerpunktmäßig die künftige Schulpolitik in NRW. Hannelore Kraft:“ Wir haben immer gesagt, dass wir in der Schulpolitik nichts mit der Brechstange unternehmen, sondern Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrer und die Kommunen vor Ort mitnehmen wollen.“

#Deshalb diskutieren Sie mit – am 08.07.2010 – 20.00 h – im JUZE#

Als Gesprächspartner mit im Boot ist Sören Link, MdL

Lydia Libutzki
Vorsitzende SPD-Rösrath